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Podcast – für alle, die lieber hören als lesen
GFK kennenlernen & vertiefen
Entdecke die Grundlagen im Einführungsseminar Eintauchen in die Gewaltfreie Kommunikation oder vertiefe deine Praxis in der GFK-Übungsgruppe See-Zeit oder dem Jahrestraining KLARSEE – Vom ICH – zum DU – zum WIR – Theater meets GFK – Kommunikation beginnt im Körper.
Podcast – für alle, die lieber hören als lesen:
Blogtext: Lesezeit: ca. 6 min
Die Schlangenfrau in mir: Vom Kindheitstraum zu meiner Vision heute
Vom Zirkuszauber zur eigenen Manege
Als Kind wollte ich Schlangenfrau werden.
Der Zirkus war pure Magie: Manege, Licht, Musik – alles schien möglich. Menschen machten Dinge, die ich mir kaum vorstellen konnte: Körper, die sich bogen, balancierten, unglaubliche Bewegungen. Ich staunte – und wollte das selbst erleben: Leichtigkeit, Wirksamkeit, Selbstvertrauen. Ich wollte spüren, was mein Körper kann, mich selbst überraschen, Freude am Tun haben und im Staunen darüber versinken, was ich selbst erschaffen kann.
Mein Wohnzimmerzirkus
Zu Hause begann mein eigener Zirkus: Spagat auf dem Wohnzimmerboden, verknotete Beine, in andere Rollen schlüpfen, imaginäre Drahtseile. Zusammen mit meiner Schwester oder bei Familientreffen mit Cousins und Cousinen erschufen wir kleine Zirkusmomente voller Fantasie, Humor und Magie. Wir lachten, staunten, probierten aus – und plötzlich war etwas möglich, dass allein unmöglich gewesen wäre.
In diesen Momenten war ich ganz bei mir: voller Energie, gespannt, ob der Spagat gelingt, neugierig, wie lange das Bein verknotet bleibt. Verbunden mit meinem Körper, meinen Fähigkeiten und der Freude am Tun. Präsenz, Leichtigkeit, Humor, Fantasie – und eine tiefe innere Sicherheit: „Das hab ich voll drauf!“
Grenzen und innere Anteile
Später meldete sich ein anderer Anteil: „Schlangenfrau – das schaffe ich nie!“
Ich konnte nur ein bisschen Spagat, nur ein wenig Beine verknoten. Nie würde ich meinen Körper so biegen können wie die Schlangenfrau im Zirkus.
Mein Traum bekam Grenzen.
Heute sehe ich diese Grenzen als Wegweiser: auch wenn ich sie teils als Blockade erlebte, halfen sie mir, neue Möglichkeiten zu entdecken und mich auf mich selbst zu besinnen.
Wenn ich mich heute mit der Schlangenfrau verbinde, begegne ich unterschiedlichen inneren Anteilen:
Der kritische Anteil: Mein Fräulein Rottenmeier schützt, reflektiert und gibt mir Struktur. Sie bringt Strenge, Selbstbewertung, manchmal auch Angst oder Scham mit und wirkt auf den ersten Blick hart und fordernd. Doch ihre Energie ist wertvoll: Sie hilft mir, Dinge gründlich zu prüfen, aufmerksam zu sein, bewusst zu handeln und Entwicklungen Schritt für Schritt zu gehen. Sie sorgt dafür, dass ich dranbleibe, Dinge „richtig gut“ mache, achtsam bin und Entwicklungen bewusst gestalte. Dieser Anteil zeigt mir, wohin ich wachsen kann, sie will dafür sorgen, dass ich Ziele habe und diese Ziele erreiche.
Miss Euphoria, mein zutrauender Anteil stürzt sich voller Begeisterung ins Tun, probiert Neues aus, lebt Leichtigkeit, Wirksamkeit, Fantasie, Humor und Selbstvertrauen. Sie bringt die Fähigkeit mit, in Verbindung mit mir selbst zu sein, mir etwas zuzutrauen und sie hat diese wunderbare „nichts-ist-unmöglich“-Energie. Sie lässt mich freudig im Tun versinken, im Moment sein und mein Können entfalten – ohne etwas zu müssen. Sie ist sanft, wohlwollend und kraftvoll präsent, zeigt mir, wie Freude, Neugier und Kreativität mich voranbringen und inspiriert mich Neues zu wagen.
Beide Anteile haben Qualitäten, die mich tragen, und Facetten, an denen ich wachsen kann. Der kritische Anteil Fräulein Rottenmeier lehrt mich Geduld, Beständigkeit und Selbstreflexion; Miss Euphoria, mein zutrauender Anteil, ermutigt mich ganz im Hier und Jetzt zu sein, zu Mut, spielerischem Lernen, Freude und kreativem Handeln.

Die Schlangenfrau heute
Ich bin nicht zur Schlangenfrau geworden – und doch lebe ich viele ihrer Qualitäten: Flexibilität, Präsenz, Leichtigkeit, Vertrauen und Wirksamkeit. Sie zeigen sich in meiner Arbeit mit Kolleg:innen, Teilnehmer:innen und Coachees – und genauso im privaten Leben: mit meinen Kindern, meinem Mann, Freund:innen, meinen Eltern und meiner Schwester.
Beim Yoga, beim Spaziergang im Wald, beim Seminarinput oder in einer Coachingstunde – beim Entdecken innerer Anteile, von Gefühlen und Bedürfnissen – oder beim neugierigen Eintauchen in ein Thema, sei es die Entwicklung des nächsten Seefunks oder das Eintauchen in ein neues Buch.
Ich spüre Verbindung: zu mir selbst, meinem Körper, meinen Fähigkeiten – und zugleich zu anderen. Ich kann kreativ sein, Neues ausprobieren, freudig im Tun versinken, im Moment sein, mein Können entfalten – ohne etwas zu müssen. Auch in konflikthaften oder herausfordernden Situationen spüre ich diese Verbindung: die Spontanität, Neues zu wagen, gemeinsam mutig zu sein und im eigenen „Lebenszirkus“ zu wirken.
Immer wieder wachse ich ein Stück weiter: Ich begleite Fräulein Rottenmeier im Umgang mit ihrer Härte, entdecke Miss Euphoria stärker, lerne beide noch besser kennen – ihre Stärken, ihre Lernfelder, ihr Zusammenspiel. Und manchmal öffnet sich ein Raum, in dem Leichtigkeit, Präsenz und Wirksamkeit wie von selbst entstehen. Diese Momente tragen mich, inspirieren mich – genauso wie damals in meinem kleinen Wohnzimmerzirkus, in dem alles möglich war, weil ich mich dem Spiel hingegeben habe.
Welchem Traum öffnest du 2026 Raum?
Das Jahr ist noch jung – ein offener Raum, in dem alles möglich ist.
- Welche Träume aus deiner Kindheit oder welche Sehnsüchte wollen wieder lebendig werden?
- Welche Anteile wie Fräulein Rottenmeier oder Miss Euphoria entdeckst du in deinem Leben? Woran nimmst du die Entwicklung wahr, die deine Anteile gemacht haben? Woran bist du mit ihnen gewachsen?
- Welche Gefühle spürst du gerade, während du dies reflektierst – welche Bedürfnisse erkennst du darin und welche konkreten Strategien willst du nutzen, um sie zu erfüllen?
- Und jetzt in diesem Moment: Welche inneren Anteile begleiten dich gerade – kritisch, neugierig, zweifelnd, euphorisch, fürsorglich oder ganz anders –, und welche ihrer Qualitäten willst du spüren und leben?
Vielleicht beginnt genau hier etwas Neues – leise, verbunden, voller Fantasie und Vertrauen. 2026 – ein Jahr, in dem du deine Ressourcen wahrnimmst, dich selbst spürst und Stück für Stück alte und neue Träume ins Leben bringst.
Und deine Schlangenfrau? Welche Qualität, welcher Traum entfaltet in dir Energie, Bewegung und Freude – und welche kleinen oder großen Abenteuer willst du 2026 wagen?
Ich bin gespannt und freue mich, von dir zu hören, welcher Teil deiner Kindheit wieder zu dir findet!
Von Herzen, Sabine Dieterle
Wenn du diesen Raum vertiefen möchtest, lade ich dich ein unsere Klarseen Seminar- & Übungsformate zu entdecken. Dort entsteht Zeit und Raum, um eigenen Anteilen und ihren Qualitäten näherzukommen, Gefühle und Bedürfnisse zu spüren und zu erforschen – und aus dieser Verbindung heraus frische Ideen, Ziele und stimmige Strategien wachsen zu lassen.
Wenn du diesen Weg in Gemeinschaft gehen möchtest, lade ich dich herzlich zur GFK-Übungsgruppe „See-Zeit“ ein.
Vielleicht spürst du nach dem Lesen den Wunsch, tiefer einzutauchen – in die Haltung der GFK, ins empathische Zuhören, klare Sprechen und echte Verbindung.
Dann lade ich dich herzlich ein zum GFK-Grundlagenseminar „Eintauchen in die Gewaltfreie Kommunikation“
KLARSEE – Vom ICH – zum DU – zum WIR
Unser Jahrestraining 2026/2027 – für Menschen, die GFK im ganzen Sein erfahren wollen.
Denn Kommunikation beginnt nicht im Kopf, sondern im Körper. In einer konstanten Gruppe lernst du dich selbst tief kennen, erforschst Gefühle und Bedürfnisse und entwickelst mit Impulsen aus dem Schauspieltraining deine Fähigkeit, dich authentisch auszudrücken und deine Fähigkeit, in Verbindung zu bleiben.
3 Wochenendmodule und 3 Onlinetreffen werden durch Üben in Homegroups ergänzt – weil sich Haltung und Alltags-GFK genau dort entwickeln, wo wir sie regelmäßig ausprobieren.
Start mit dem ersten Modul am 13. bis 15. November 2026
Anmelden bis spätestens 13. August 2026 mit 10% Frühbucherrabat
Damit Du keinen Seefunk verpasst:


